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Flugmodellbau in Glauchau

Flugmodellbau, und damit verbunden das Modellfliegen, gibt es schon seit 80 Jahren. In Glauchau und Umgebung wird Flugmodellbau seit etwa 1952 betrieben. Die größte Arbeitsgemeinschaft war im Spinnstoffwerk in Glauchau bis 1991. Im Freizeitparadies hat dann der Rest der Arbeitsgemeinschaft überlebt. Bis 1989 wurden Freiflug- und Fesselflugmodelle gebaut. Mit den Flugmodellen wurde auch regelmäßig an Wettkämpfen teilgenommen. Der Lohn waren oft Titel wie DDR Meister und gute Platzierungen bei Kreis-, Bezirks-, DDR- offenen Wettkämpfen. Im vereinten Deutschland sind Wettkampferfolge auch nicht ausgeblieben. Viele Modellflieger haben jetzt Gefallen an funkferngesteuerten "RC" Modellen gefunden. Bei diesen Modellen sind an Ausstattung, Größe und Bauaufwand keine Grenzen gesetzt. Im Freizeitparadies können seit 1991 unter fachgerechter Anleitung Grundkenntnisse im Modellbau erlernt werden. Aber auch handwerkliche Fertigkeiten, wie der Umgang mit Baumaterial werden erworben. Als Baumaterial werden schon immer leichte Werkstoffe verwendet. Mit dünnen Leisten, Sperrholz und Balsaholz werden einfache Flugmodelle gebaut. Viele moderne Werkstoffe wie Glasfaser, Kohlefaser, Karbon und kratzfeste Plasten werden heute bevorzugt beim Modellbau genutzt. Mit verschiedenen Leimsorten können alle Einzelteile zu einem festen Modell verleimt werden. Aber am Ende entscheidet die Oberflächengestaltung über gute Flugeigenschaften und schönes Aussehen des Flugmodells. Jedes neue Flugmodell muss durch Probeflüge auf bestes Flugverhalten getrimmt werden. Im Spinnstoffwerk wurde im Frühjahr 1954 sogar ein richtiges Segelflugzeug gebaut. Es handelt sich um den Schulgleiter "SG 38", der für die Grundausbildung von Piloten benötigt wurde. Nur der vorgeschriebene Leim kam nicht zum Einsatz, berichtet Kurt Hammer. Das komplett aufgebaute Segelflugzeug wurde am 1. Mai 1954 triumphal durch Glauchau gefahren, durfte sich aber später nie in die Lüfte erheben.



Abschied: Die Glauchauer Flugmodellbau-Ära geht zu Ende


Manfred Barg (links) und Kurt Hammer hören aus Altersgründen mit dem Flugmodellbau im Glauchauer Freizeitparadies auf. Bild: Andreas Kretschel


Ein Artikel von Stefan Stolp (Freie Presse), Erschienen am 22.06.2021

Die Leiter der Interessengemeinschaft hören aus Altersgründen mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Freizeitparadies auf. Ein Nachfolger, der den Kindern das Hobby nahe bringt, wurde nicht gefunden.

Glauchau. Kurt Hammer kann sich an die Anfänge noch gut erinnern. Es war nach dem Krieg in Rothenbach. Der heute 88-Jährige lernte damals, wie man Modelle von Flugzeugen baut. Das hat ihn sein gesamtes Leben begleitet. Gemeinsam mit Manfred Barg, der in den 1950er-Jahren mit dem Flugmodellbau begonnen hatte, leitete Hammer die Interessengemeinschaft Flugmodellbau im Glauchauer Freizeitparadies. Doch jetzt hören beide auf, Manfred Barg ist im Dezember 80 Jahre alt geworden. Die Interessengemeinschaft, einst die Adresse in Glauchau, wenn es um Flugmodellbau geht, gibt es nicht mehr. "Seit einem Jahr konnten wir wegen der Corona-Pandemie kaum etwas machen", sagt Manfred Barg, der mit Kurt Hammer das Ehrenamt aus Altersgründen nun aufgeben will. "Und einen Nachfolger haben wir nicht gefunden, leider", bedauert Rainer Klement, der Leiter des Freizeitparadieses.

Damit geht eine Ära in Glauchau zu Ende. Regelmäßig trafen sich Kinder und Jugendliche im Freizeitparadies, um die Faszination des Flugmodellbaus zu erleben. Sie lernten den Umgang mit Werkstoffen und Werkzeugen. Und sie lernten, sagt Manfred Barg, dass exaktes Arbeiten maßgeblich für den Erfolg ist. Die Flugmodelle sollten nicht nur gut aussehen, sie sollten auch richtig fliegen können. "Heutzutage kann man sich fertige Bastelsätze kaufen und sie einfach zusammensetzen", sagt Manfred Barg. Im Freizeitparadies aber hätten die Kinder die Einzelteile der Flugmodelle selbst gebaut, mit viel Tüftelei und Geschick, das sich die Kinder angeeignet hätten. Für die verschiedenen Flugzeugtypen gibt es lediglich Schablonen.

Doch auch außerhalb der Werkstatt im Freizeitparadies waren Barg und Hammer aktiv. So bastelten sie mit Jungen und Mädchen aus der Kindertagesstätte "Buratino" in Meerane. Fotos davon hängen noch in Werkstatt an der Pinnwand. Im Schuljahr 2013/14 nahmen nach den Worten von Rainer Klement Viertklässler der Europäischen Grundschule Lichtenstein am Wettbewerb "Der Traum vom Fliegen" teil, den die Kinderzeitung "Juri" veranstaltet hatte. Die Kinder, die von Barg und Hammer angeleitet wurden, gewannen den bundesweiten Wettbewerb. Dafür durften sie einen Tag auf der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) auf dem damals noch geschlossenen BER-Flughafen in Berlin verbringen.

Seit den 1950er-Jahren gibt es in Glauchau den Flugmodellbau. Generationen von Kindern und Jugendlichen ließen sich von dem Hobby begeistern. Manfred Barg lernte damals im Spinnstoffwerk Reparaturschlosser und kam recht schnell in die Arbeitsgemeinschaft Flugmodellbau, die unter dem Dach der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) bis zur Wende ihren Sitz im Spinnstoffwerk hatte und 1991 im heutigen Freizeitparadies ihre Bleibe fand. "Wir waren auch oft zu Wettbewerben im Flugmodellsport unterwegs, nahmen an Europa- und sogar Weltmeisterschaften teil", erinnert sich Barg.

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Aus der Website "AG Flugmodellbau Glauchau" wird "Modellpilot Matze- Flugmodellbau by Matthias Helbig"

Am 25.12.2023 ging die Website der AG Flugmodellbau Glauchau (www.flugmodellbau-glauchau.de) in den privaten Bestand von Matthias Helbig über, die er bisher für die AG Flugmodellbau ehrenamtlich betrieben hat. Sie wurde seit 06.2021 einer umfangreichen Überarbeitung und Aktualisierung unterzogen und ist jetzt unter www.modellpilot-matze.de zu erreichen.



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